„Staat machen“ mit Aufklärung und Humanismus

Dr. Rolf Schröder, gbs-Hamburg e.V.

(Vortragsvorlage)

Freie Lauenburgische Akademie, 5. März 2015

gbs-Hamburg e.V., 9. April 2015

Senioren-Uni (HAW), 1. Oktober 2015

Piratenpartei Hamburg, 3. Juli 2017

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Die Giordano-Bruno-Stiftung verbreitet und fördert einen modernen „evolutionären“ Humanismus, der auf einem naturwissenschaftlichen Weltbild basiert. Sie tritt entschieden für die Werte der Aufklärung, für kritische Rationalität, Selbstbestimmung, Freiheit und soziale Gerechtigkeit ein. Der „Politisch-Religiöse-Komplex“ und seine negative Auswirkung auf das demokratische System und die Gesellschaft in Deutschland wird diskutiert. Ein wichtiges Ziel ist daher die Entflechtung von Staat und Religion, insbesondere im Bereich des Bildungssektors, aber auch bezüglich Gesetzgebung und Rechtsprechung. „Aufklärung, Freiheit, Wissenschaft und Kunst machen das Leben menschlich!“
(geändert: )


Prolog

Heutzutage werden, insbesondere von Politikern, viele Schlagworte benutzt wie z. B. „christliches Abendland“, „christlich-abendländische Kultur“, „christlich-jüdische Leitkultur“, „christliche Werte“, „christliche Wertegemeinschaft“, „christliche Wurzeln Europas“, „christlicher Humanismus“ usw. – wie sich später zeigen wird sagen diese Schlagworte mehr über den Bildungs[not]stand von Politikern aus als dass sie vernünftig sind.

Vom Standpunkt eines Naturwissenschaftlers möchte ich zunächst zwei für die Thematik grundlegende Begriffe erläutern, nämlich „Philosophie“ und „Exakte Wissenschaft“. Ich werde mich dabei u. a. auf Fachleute berufen, die sich rational damit befasst haben.
„Philosophie“ und „Exakte Wissenschaft“ sehe ich als Ursprung und wichtige Grundlage zum Verständnis unserer heutigen naturwissenschaftlich-technisch geprägten Welt – insbesondere auch zum Verständnis von Ethik und Humanität.

Dann möchte ich auf „Das Abendländische“ eingehen und speziell zwei Aspekte betrachten, nämlich die Ursprünge des demokratischen Staates und unserer Ethik. Ich bediene mich für diesen Teil der ausgezeichneten Darstellung von Dr. theol. Paul Schulz.

Abschließend werde ich dann exemplarisch die Situation und Probleme in Deutschland an Hand von Beispielen beleuchten.

Philosophie

Was ist Philosophie?
Die Frage „Was ist Philosophie?“ wird selten von Philosophen selbst beantwortet – eher beschreiben sie aber, womit sich Philosophen beschäftigen und auch womit nicht.

Eine sehr klare und verständliche Beschreibung philosophischer Tätigkeit fand ich in der Einleitung von Bertrand Russells Buch „Denker des Abendlands“ (1959). Bertrand Russell (1872 – 1970) ist für mich u. a. deshalb anerkannt, weil er als Logiker zu den Grundlagen der Mathematik beigetragen hat, siehe z. B. „Principia Mathematica“, und zudem insbesondere ein Vertreter der “Analytic Philosophy” ist – kurz, er ist ein „klarer Kopf“ – ganz im Gegensatz von Vertretern der “Continental Philosophy*, deren Grundlagen recht seltsam erscheinen (Existenz von a priori Wissen; Naturwissenschaften sind nicht der einzige Weg zum Verständnis von Naturphänomenen).
* Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es auch rühmliche Ausnahmen gab und gibt: Viele Mitglieder des sogen. Wiener Kreises (1912 – 1936) und der Berliner Gruppe (1928 – 1933) sowie gegenwärtig z. B. Hans Albert und Bernulf Kanitscheider sind der “Analytic Philosophy” zuzurechnen. Der Wiener Kreis und die Berliner Gruppe lösten sich in der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus auf. Viele Mitglieder flohen in den dreißiger Jahren in zumeist englischsprachige Länder – ein großer Verlust für Kontinentaleuropa.
Nachdem Russell also in der Einleitung die Erkenntnisgebiete Mechanik, Thermodynamik, Anatomie, Physiologie und Astronomie als Beispiele exakter Wissenschaften genannt hat, heißt es dort:

„Aber all diese uns umgebenden Erkenntnisgebiete grenzen doch an das Unbekannte. Und wenn jemand in diese Grenzbereiche oder dahinter eindringt, gelangt er von der exakten Wissenschaft in die Sphäre des Spekulativen. Diese spekulative Tätigkeit, diese Art ‚Forschung‘, nennen wir Philosophie. Wie wir später sehen werden, begannen die verschiedenen exakten Wissenschaften mit der in diesem Sinne verstandenen philosophischen Forschung.“

Dann betont er die Grenze zwischen philosophischer Tätigkeit und wissenschaftlicher Forschung:

„Wenn aber eine Wissenschaft fest gegründet ist, verfährt sie außer bei Grenzproblemen und Fragen der Methode, mehr oder weniger unabhängig und automatisch, das heißt, der exakte Forschungsprozeß findet ein neues Aufgabenfeld.“
Fazit: Wenn durch zunächst spekulatives Suchen Zusammenhänge, Gesetzmäßigkeiten, Prinzipien entdeckt bzw. erkannt wurden, von denen ausgehend man rasch zu weiterem, überprüfbarem Wissen gelangt, dann spricht man von einer Wissenschaft, die sich aufgrund einer – ihrer – soliden Basis weiterentwickelt; Philosophie bzw. philosophische Spekulation kann dann praktisch nichts mehr beitragen. Beispiel: Biologie.
Schließlich werden explizit dogmatische Vorgaben bzw. Ausgangspunkte in der philosophischen Tätigkeit ausgeschlossen:

„Gleichzeitig müssen wir aber die Philosophie auch von anderen spekulativen Überlegungen unterscheiden. Die Philosophie an sich bedeutet nämlich weder die Lösung unserer Schwierigkeiten noch die Rettung unserer Seelen, sondern – wie die Griechen sie auffassen – eine Art abenteuerliche Unternehmung. So ist sie im Prinzip keine Angelegenheit von Dogmen, Riten oder geheiligten Wesenheiten gleich welcher Art, wenn auch manche Philosophen hartnäckig dogmatisch denken. Es gibt nämlich zwei Betrachtungsmöglichkeiten bezüglich des Unbekannten. Die eine ist, Menschen zuzustimmen, die behaupten, sie seien auf Grund von bestimmten Büchern, Mysterien oder anderen Quellen der Inspiration im Besitz des Wissens. Die andere ist, selbst nachzuforschen. Diesen Weg geht die exakte Wissenschaft und auch die Philosophie.“
Fazit: Die Ablehnung des Dogmatischen – also ohne Berücksichtigung dogmatischer Vorgaben und Beschränkungen zu denken – ist für wirklich Gläubige sehr schwer, da sie bestimmte Dinge nicht hinterfragen dürfen oder können. Weil es ein wesentliches Merkmal wahrer Philosophie ist, alles uneingeschränkt denken, hinterfragen und untersuchen zu können – keine Tabus, nichts „Heiliges“ – kann es auch keine jüdische, christliche oder islamische Philosophie geben; sprechen Vertreter abrahamitischer Religionen von Philosophie, dann ist es doch nur Theologie.
Ich finde Russells Beschreibung, womit sich Philosophie beschäftigt (und womit nicht) ganz ausgezeichnet. Ich setze daher diese Beschreibung im folgenden als vernünftig und anerkannt voraus.

Schließlich seien noch die wichtigsten antiken Vernunftphilosophen genannt, die wesentlich die abendländische Kultur und Ethik prägten:
  1. Thales von Milet, Θαλῆς ὁ Μιλήσιος ( ≈ −624 –  ≈ −545), Wasser ist der Ursprung aller Dinge,
  2. Heraklit von Ephesos, Ἡράκλειτος ὁ Ἐφέσιος ( ≈ −535 –  ≈ −475), „Alles fließt“ (πάντα ῥεῖ),
  3. Parmenides aus Elea, Παρμενίδης ὁ Ἐλεάτης ( ≈ −515 –  ≈ −460), Axiomatisch-deduktive Methode,
  4. Leukipp aus Elea, Λεύκιππος ὁ Ἐλεάτης (nach −500 –  vor −400), Anfänge der Atomistik,
  5. Zenon von Elea, Ζήνων ὁ Ἐλεάτης ( ≈ −490 –  ≈ −430), Paradoxien, z. B. „Achilles und die Schildkröte“,
  6. Sokrates aus Athen, Σωκράτης από την Ἀθῆνα ( −468 –  −398), „Ich weiß, dass ich nicht weiß“, Dialoge,
  7. Demokrit von Abdera, Δημόκριτος ὁ Αβδηρίτης ( ≈ −460 –  ≈ −370), atomistische Theorie,
  8. Platon aus Athen, Πλάτων από την Ἀθῆνα ( −427 –  −347), Überlieferung Sokrates, Ideenwelt und Wirklichkeit getrennt, religiös,
  9. Aristoteles aus Stageira, Ἀριστοτέλης ὁ Στάγειρος ( −383 –  −321), „Aristotelische Logik“, Ideenwelt und Wirklichkeit eins, Atheist,
  10. Epikur von Samos, Ἐπίκουρος ὁ Σάμιος ( ≈ −340 –  ≈ −270), Atomlehre, Seele vergänglich (keine Todesfurcht), empirische Weltsicht,
  11. Cicero, Marcus Tullius Cicero ( −105 – −42), humanistisches Menschenbild, Begriff: „humanitas“,
  12. Lukrez, Titus Lucretius Carus ( ≈ −96 –  ≈ −53), Epikuräer.

Exakte Wissenschaften

Was sind „Exakte Wissenschaften“?
Als exakte Wissenschaften bezeichnen wir jene, deren Ursprünge [Natur‑] Anschauung und Erfahrung waren oder sind und die heute über exakte Methoden zur Überprüfung ihrer Aussagen (Hypothesen) verfügen. Dies bedeutet, dass es einerseits eine überprüfbare Beweismethodik gibt und dass andererseits reproduzierbare Versuche oder Beobachtungen mittels quantitativer Messungen angewandt werden. Man kann zwei Zweige unterscheiden. Zum einen die Wissenschaften, deren Basis zwar die [Natur‑] Erfahrung war und ist und die von da aufbauend ihre (oft durch Intuition erlangten) Aussagen bzw. Vermutungen rein formal, deduktiv (nachvollziehbar!) beweisen bzw. zu beweisen suchen, nämlich die Formalwissenschaften wie z. B. Mathematik und Teile der Informatik. Zum anderen die Wissenschaften, die ständig ihre (oft auch durch Intuition erlangten) Aussagen bzw. Hypothesen durch (wiederholbare!) Beobachtungen oder Experimente hinterfragen, nämlich die Naturwissenschaften wie z. B. Physik, Chemie und Biologie.

Die Mathematik ist die älteste bekannte exakte Wissenschaft. Das liegt wohl daran, dass Zählen und Messen für das praktische Leben unerlässlich war und so sich früh ein Umgang sowohl mit Zahlen (Messen) als auch der Geometrie (Konstruktion, Baukunst) entwickelte – und damit auch die Logik. Bei den Griechen gehörte die Mathematik ursprünglich zur Philosophie, von der sie sich zur eigentlichen „griechischen Mathematik“ entwickelte, ich möchte nur nennen:
  1. Thales von Milet, Θαλῆς ὁ Μιλήσιος ( ≈ −624 –  ≈ −545),
  2. Pythagoras von Samos, Πυθαγόρας ὁ Σάμιος ( ≈ −569 –  ≈ −494),
  3. Demokrit von Abdera, Δημόκριτος ὁ Αβδηρίτης ( ≈ −460 –  ≈ −370),
  4. Aristarchos von Samos, Ἀρίσταρχος ὁ Σάμιος ( ≈ −310 –  ≈ −230),
  5. Euklid von Alexandria, Ευκλείδης από την Αλεξάνδρεια ( ≈ −300 –  ≈ −269),
  6. Archimedes von Syrakus, Αρχιμήδης ὁ Συρακούσιος ( ≈ −286 –  ≈ −211),
  7. Claudius Ptolemäus, Κλαύδιος Πτολεμαίος  ( ≈ 100 –  ≈ 170) (Zum Teil erfundene Beobachtungen!).
Physik, Chemie, Biologie usw. sind als exakte Wissenschaften erst in der Neuzeit entstanden, dazu sei eine Auswahl von Personen genannt, die wesentlich die Entwicklung der exakten Wissenschaften vorangebracht haben:
  1. Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543), Sonne ist Zentrum des Planetensystems, … ,
  2. Galileo Galilei (1564 – 1642), Fallgesetze, Jupitermonde, Milchstraße besteht aus Sternen, … ,
  3. Johannes Kepler (1571 – 1630), Keplersche Gesetze, … ,
  4.  René Descartes  (1596 – 1650), Assoziation: „Kartesische Koordinaten“ und „Analytische Geometrie“, … ,
  5. Isaac Newton (1643 – 1727), Newtonsche Gesetze (klassische Mechanik), … ,
  6. Leonhard Euler (1707 – 1783), Analysis, Physik, Symbolik: e, π, i, f(x), Σ, … ,
  7. John Dalton (1766 – 1844), erstes wissenschaftlich fundiertes Atommodell, Gasgesetze, Atomgewichte, ganzzahlige Atomverhältnisse in chem. Verbindungen, … ,
  8. Carl Friedrich Gauß (1777 – 1855), Differentialgeometrie, Integralsätze, nichteuklidische Geometrie, Algebra, Gaußkurve, gaußsche Zahlen, … ,
  9. Charles Robert Darwin (1809 – 1882), „Über die Entstehung der Arten“ (Evolution), „Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl“, … ,
  10. Lothar von Meyer (1830 – 1895), Periodensystem nach Valenzen (28 Elemente, 1864), … ,
  11. James Clerk Maxwell (1831 – 1879), Elektrodynamik: Maxwellsche Gleichungen, Maxwell-Boltzmann-Verteilung (Thermodynamik), … ,
  12. Dmitri Iwanowitsch Mendelejew (1834 – 1907), Periodensystem der Elemente (63 Elemente, 1869), … ,
  13. Josiah Willard Gibbs (1839 – 1903), Kinetische Gastheorie, Thermodynamik und statistische Mechanik, »On the Equilibrium of Heterogeneous Substances«, … ,
  14. Ludwig Boltzmann (1844 – 1906), Kinetische Gastheorie, Thermodynamik und statistische Mechanik, Boltzmann-Statistik, Stefan-Boltzmann-Gesetz, … ,
  15. Santiago Ramón y Cajal (1852 – 1934), Nervensystem gesteht aus Milliarden vernetzter Zellen (Neuronen), … ,
  16. David Hilbert (1852 – 1943), Logik und Grundlagen der Mathematik, Axiomatik, Zahlentheorie, Funktionenräume (Hilbert-Raum), … ,
  17. Max Planck (1858 – 1947) Plancksches Strahlungsgesetz und Wirkungsquantum, Planksche Konstante, … ,
  18. Albert Einstein (1879 – 1955), Photoelektrischer Effekt, spezielle und allgemeine Relativitätstheorie, Bose-Einstein-Kondensation, … ,
  19. Werner Heisenberg (1901 – 1976), Quanthenphysik, Unschärferelation, Matrixdarstellung, … ,
  20. Bernard Katz (1911 – 2003), Entdeckung der Informationsübertragung zwischen Neuronen durch Synapsen, … ,
  21. Francis Crick (1916 – 2004), Röntgenkristallographie, DNS-Struktur (1953, mit Franklin und Watson), … ,
  22. Rosalind Franklin (1920 – 1958), Chemie, Röntgenkristallographie, DNS-Struktur (1953, mit Crick und Watson), … ,
  23. James Watson (1928), Molekularbiologie, DNS-Struktur (1953, mit Crick und Franklin), … ,
  24. Peter Ware Higgs (1929), steht für den „Higgs-Mechanismus“, „Higgs-Boson“ (besser: Englert-Brout-Higgs-Guralnik-Hagen-Kibble-Mechanismus) … ,
  25. Murray Gell-Mann (1929), Quark-Modell der Hadronen, QCD: Quantenchromodynamik, … ,
  26. Steven Weinberg (1933), elektroschwache Wechselwirkung (u. a. Vorhersage Higgs-Boson), “The Quantum Theory of Fields”, “Gravitation and Cosmology”, … ,
  27. Stephen William Hawking (1942 – 2018), Physik Schwarzer Löcher, Hawkings-Strahlung, Kosmologische Inflation, … ,
  28. und viele mehr…
Heute liegen die Grundlagen aller Naturwissenschaften (ausgenommen die Gravitation) im subatomaren Bereich, und die Physik ist heute in der Lage, (fast) alle grundlegenden Naturphänomene mit extrem hoher Genauigkeit durch Quantenfeldtheorien (Standardmodell) zu beschreiben, und die makroskopischen Theorien wie klassische Mechanik, Elektrodynamik, Thermodynamik und Atomphysik lassen sich daraus herleiten! Dennoch: Es ist bekannt, dass das Standardmodell unvollständig ist (nicht allgemeinrelativistisch, Problem Neutrinooszillationen und weiteres).
Fazit: Der gebildete, aufgeklärte Mensch ist sich bewusst, dass alle komplexen Phänomene der Natur – unserer Welt – mittels der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse im Prinzip vollständig erklärbar und nachvollziehbar sind, auch wenn er nicht in der Lage ist, alles im Detail nachzuvollziehen – entgegen aller religiösen Vorstellungen bedarf es keiner (göttlichen) Wunder!* Die Ursachen dieses Wissens sind im Vernunftdenken von der Antike an begründet.

* Aber die Komplexität der Natur fasziniert uns – wir bewundern sie!
Hier noch eine bemerkenswerte Äußerung zum Wesen der exakten Wissenschaften:
“Science is more than a body of knowledge. It is a way of thinking; a way of skeptically interrogating the universe with a fine understanding of human fallibility. If we are not able to ask skeptical questions, to interrogate those who tell us that something is true, to be skeptical of those in authority, then, we are up for grabs for the next charlatan (political or religious) who comes rambling along.”
„Naturwissenschaft ist mehr als eine Wissensansammlung. Es ist eine Art des Denkens; eine Art, skeptisch das Universum mit einem feinen Verständnis menschlicher Fehlbarkeit zu befragen. Wenn wir nicht fähig sind skeptische Fragen zu stellen, jene zu hinterfragen, die uns sagen, irgendetwas sei wahr, skeptisch gegenüber Autoritäten zu sein, dann erliegen wir leicht dem Zugriff des erstbesten Scharlatans (politisch oder religiös), der dahergelaufen kommt.“

Carl Sagan, (Astrophysiker) aus seinem letzten Interview mit Charlie Rose am 27. Mai 1996.

Resümee

Evolution → Vernunftdenken → Humanismus – eine natürliche Folge!
Auf Grund der sozialen Eigenschaften, die sich im Laufe der Evolution beim Menschen entwickelten, führten ihn die Philosophen der griechischen Antike (Thales, Sokrates, Demokrit, Aristoteles, Cicero…) durch logisches Vernunftdenken zur Mathematik, Naturwissenschaft und zur humanistischen Ethik, Basis unserer modernen Demokratien – im Widerspruch zu aller Religion! Im Folgenden soll speziell darauf eingegangen werden.


Aufgeklärte Theologen?

Ja – Theologen, die gründlich zu Ende denken konnten!
Nun hatte ich ja oben schon meine Meinung zu jüdischer, christlicher oder islamischer Philosophie deutlich gemacht. Richtig! Aber interessanterweise waren es offenbar gerade konsequent studierende bzw. denkende Theologen, die durch und während des Theologiestudiums ihre Religiosität (Gottesglauben) verloren – alle hatten das Ziel, Pfarrer zu werden! Ich nenne drei Fälle:

  1. Dr. Dr. Joachim Kahl (1941)
    „1941 wurde ich in Köln geboren, wo ich 1960 mein Abitur ablegte. Beseelt von dem redlichen Berufswunsch, Pfarrer zu werden, begann ich ein Studium der evangelischen Theologie. Mein gründliches Eindringen in die christliche Glaubenswelt machte mich zum Ungläubigen. Bereits als innerer Atheist promovierte ich 1967 an der Marburger Universität zum Dr. theol. Kurz darauf trat ich aus der Kirche aus. In dem Buch ‚Das Elend des Christentums oder Plädoyer für eine Humanität ohne Gott‘ (1968) begründete ich diesen Schritt, der damals (mitsamt Buch) einiges Aufsehen erregte.“

    1. Das Elend des Christentums: oder Plädoyer für eine Humanität ohne Gott (Tectum, 2014)
    2. Weltlicher Humanismus: Eine Philosophie für unsere Zeit (LIT Verlag, 2011)

  2. Dr. Heinz-Werner Kubitza (1961)
    „Er hat in Frankfurt, Tübingen, Bonn und Marburg evangelische Theologie studiert und dort auch promoviert. Schon im Studium hat er sich intensiv mit dem Problem des historischen Jesus beschäftigt und dabei theologisch quasi hinter die Kulissen geschaut. Daneben war er aber auch in verschiedenen Kirchengemeinden viele Jahre ehrenamtlich aktiv, und ist so auch mit der psychischen Gestimmtheit von Gläubigen bestens vertraut. Kubitza ist Fördermitglied der Giordano Bruno Stiftung, die sich für Aufklärung und eine humanistische Ethik einsetzt.“

    1. Der Jesuswahn: Wie die Christen sich ihren Gott erschufen. Die Entzauberung einer Weltreligion durch die wissenschaftliche Forschung (Tectum, 2011)
    2. Der Dogmenwahn: Scheinprobleme der Theologie. Holzwege einer angemaßten Wissenschaft (Tectum, 2015)

  3. Dr. Paul Schulz (1937)
    Von 1970 bis 1975 (entlassen 1979) Pastor an der Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg. Eine seiner Schwerpunkte dort: Sonntagspredigten: „Mit einem offenen Denkprozess speziell über die Frage Gott und allen sich daraus ergebenen theologischen Fragen wie Historischer Jesus, Auferstehung und Rechtfertigung, Moral und Lebenswandel, Kirche und moderne Gemeinde, Tod und ewiges Leben. Mit diesen ‚Weltlichen Predigten‘ entwickelte sich zwischen Pastor Dr. Schulz und einer stark anwachsenden Gemeinde eine dialogische Dynamik, die nicht durch Denkstopps aufhaltbar war.“

    1. Codex Atheos: Die Kraft des Atheismus (Rauschenplat Verlag, 2006)
    2. Atheistischer Glaube: Eine Lebensphilosophie ohne Gott (MatrixVerlag, 2008)

Kurz vor der Jahreswende 2014/15 bekam ich von Dr. Paul Schulz ein Referat in die Hand, in dem ich vieles wiederfand (und zudem gut dargestellt!) was mit meinen Erfahrungen und Nachdenken über Ethik, Kultur, Demokratie und individuellem Menschen übereinstimmte – purer Humanismus. Diese Schrift ist im Internet unter dem Titel „… doch nur der Atheist ist ein autonomer Mensch“ (pdf, 36 Seiten) zu finden (Kopie).

In Absprache mit Dr. Paul Schulz stelle ich die für uns wichtigen (13) Seiten dieser Schrift im folgenden vor unter dem Titel:

„Das Abendländische“

Dr. Paul Schulz, Seiten 3 bis 5:
I. Nicht die Religion
ist das ursächliche Wesen der abendländischen Kultur,
auch nicht die christliche Religion.

Unsere moderne westliche Kultur
ist vielmehr begründet
in der Vernunftphilosophie des antiken Abendlandes,

genauer: In der säkularen Rationalität
der ionischen und attischen Aufklärung,
eben der altgriechischen Philosophie
seit 600 vor Christus, also vor über 2600 Jahren.

Schon auf den ersten Blick wird sofort deutlich:

Die monotheistische Religion ist
eine reine Erfindung der orientalischen Welt.
Die Offenbarungsreligion eines einzigen Gottes
ist das typische Denkmodell nah- und mittelöstlicher Kultur
jenseits des Abendlandes

Judentum, aber auch das Christentum
und schon ganz und gar der Islam
haben ursächlich aus sich heraus
mit ihrem Gottesglauben
nicht das Geringste mit den ideengeschichtlichen Wurzeln
des Abendlandes zu tun.

Die monotheistische Religion,
die Theorie des einzigen All-Gottes,
ist um das Jahr 50 nach unserer Zeitrechnung
mit dem Christentum aus dem Orient
ins Weströmische Reich rübergeschwappt.

Sie hat sich zuerst als Märtyrerkirche verbreitet
und dann seit Konstantin dem Großen anno 321
immer manifester als Staatskirche festgesetzt.
Dabei hat sie mit ihrem missionarischen Gotteseifer
speziell die antike Vernunftphilosophie bekämpft und
diese schließlich mit einem geradezu größenwahnsinnigen
Alleinvertretungs- und Absolutheitsanspruch
nahezu ausgerottet.
Die Christen wussten nach Kaiser Justinians reichsweitem Verbot
der letzten altgriechischen Philosophieschule 529
nicht einmal mehr, wer Aristoteles war,
geschweige denn, was er gesagt hatte.


Einschub: Zwei Bilder von Bibhistor
Bibhistor hat versucht, einen Wikipedia-Artikel mit dem Titel „Überlieferungsgeschichte der antiken Literatur" zu schreiben, dieser wurde aber vandalisiert, Bibhistor schreibt dazu: „Die spontane Löschung wichtiger Sätze und ganzer Abschnitte, auch noch unter der Verantwortung eines WP Administrators, hatte ich allerdings nicht erwartet. Die Gründe sind auf der Diskussionsseite zum Artikel ersichtlich.“ Den ursprünglichen Artikel „Überlieferungsgeschichte der antiken Literatur" hat Bibhistor dann unter seinem Benutzeraccount 2007-04-11 05:12:37‎ gerettet (pdf-Kopie, Bilderverzeichnis). Die offizielle, massiv reduzierte Version heißt nun „Bücherverluste in der Spätantike“.
Bücherverluste
(1595×702px original)

Alphabetisierung
(962×585px original)

Weiter mit Dr. Paul Schulz:

Parallel dazu
– aber aus völlig anderen Gründen,
weil aus Israel anno 70 per Gewalt von den Römern vertrieben –
breitete sich auch das Judentum aus,
selbst ohne missionarischen Anspruch,
aber mit einem radikalisierten Erwählungsbewusstsein.

600 Jahre später begann dann der Ansturm des Islam
mit beispielloser militärischer Aggression
in lawinenartigen Wellen, deren aktuellste
wir gerade in unseren Tagen zu erleben scheinen.

Gegen die Invasion
der orientalisch-monotheistischen Religion
und ihre wachsende Vormachtstellung in Europa seit 321 ff
steht also ursächlich
die säkulare Rationalität, die Vernunftphilosophie
als das Typisch-Abendländische.

In ihrer geistesgeschichtlichen Einzigartigkeit
ist die säkulare Rationalität
das Fundament der europäischen Kultur.

Nicht nur das.

Die säkulare Rationalität ist zugleich
die Initialkultur der modernen
naturwissenschaftlich-technischen Welt,
die heute globalisiert ist über die Gesamtwelt
in West, Nord, Süd und Ost – urbi et orbi.


Im Abendland und vom Abendland aus
ist ein Wirklichkeitsverständnis entstanden,
das die Welt in strenger kausaler Logik analysiert,
in Experimenten und Erkenntnismodellen nachvollzieht
und aus den erkannten Naturgesetzen
in eine faszinierende Technik umsetzt.


Alles was wir heute auf der Basis der
klassischen Physik und Chemie des Neunzehnten Jahrhunderts
weltweit wie selbstverständlich anwenden und neu machen,
Atomphysik und Weltraumforschung,
modernste Nano- und Polymertechniken,
Biogenetik und Medizinerforschung,
Wirtschafts- und Geldsysteme,
Kommunikationstechniken und globale Logistik,
– unsere moderne Zeit insgesamt hat ihren Ausgangspunkt genommen
in der Rationalität Europas und seiner Kulturtochter Amerika.


Diese Rationalität ist das ureigenste Wesen des Abendlandes,
Sie ist auch die Grundlage
säkularer Spiritualität und der Kunst,
des Kunstverständnisses und der Kunstinterpretationen
des aufgeklärten Europa.



Dr. Paul Schulz, Seite 7:
II. Die Auseinandersetzung
zwischen christlichem Glauben und weltlichem Vernunftdenken,
zwischen kirchlichen Glaubensdogmen und säkularer Rationalität,
speziell um die naturwissenschaftlich-logischen Erkenntnisse
ist durch die Jahrhunderte hindurch
ein brutaler Kampf gewesen,
nicht nur geistig-ideell, sondern auch politisch-existentiell.

Es begann damals im Frühjahr 51
mit der berühmten Rede des Apostel Paulus auf dem Areopag,
dem geistigen Zentrum des antiken Athen,
mit der ersten uns bekannten monotheistischen Predigt in Europa.
Paulus versuchte damals,
den griechischen Logos-Denkern
den Glauben an den auferstandenen Christus zu verkaufen.
Dabei ist Paulus
– so erzählt Lukas in der Apostelgeschichte Kapitel 17,15–34 –
schrecklich abgeblitzt.

Dieser Streit ist schlechthin
zum Prinzipienstreit Europas geworden,
denn durch die Jahrhunderte hindurch
bis hinein in die jüngste Debatte
um den Gottesbezug in der neuen EU-Verfassung
ist es ein Kampf
zwischen dem Prinzip Gott und dem Prinzip Mensch,
ein Kampf in unüberbrückbaren geistigen Gegensätzen,
mit schroffer kontrapolarischer Axiomatik.

Wir machen durch unsere Graphik sichtbar,
wie in diesem Prinzipienstreit
die beiden Positionen diametral gegeneinander stehen:

Dr. Paul Schulz, Seite 8:
Prinzipien

Dr. Paul Schulz, Seite 9:
III. Der Focus dieses Prinzipienstreites
zielt vor allem auf fünf zentrale Konfliktpunkte:

  1. Das Machtprinzip.
    Von woher leitet sich eigentlich die Macht ab,
    die Menschen ausüben.
    Wodurch ist Herrschaft letztlich legitimiert?

  2. Das Moralmonopol, die Ethik.
    Ist das Wertesystem des Menschen
    durch eine höchste Instanz Gott absolut vorgegeben,
    oder entwickelt und verantwortet der Mensch
    seine Werte und Normen selber?

  3. Die Entstehung und Struktur der Welt.
    Ist die Welt in ihrer Entstehung und Entwicklung
    Schöpfung Gottes oder Komplexität der Materie?
    Hat der Geist die Materie geschaffen
    oder die Materie den Geist?

  4. Das Selbstverständnis des Menschen.
    Ist der Mensch die Krone der Schöpfung Gottes
    oder Endprodukt der Evolution der Natur?

  5. Die Seinsqualität. Die Akzeptanz des Todes.
    Ist der Tod ein Punkt,
    das endgültige Ende des Lebens,
    oder ist der Tod gleichsam nur ein Komma,
    nach dem das Leben erst eigentlich richtig losgeht?

Das sind die ideengeschichtlichen Zentralfragen,
um die sich solitär in Europa der Jahrhunderte lange Kampf
zwischen religiösem Glauben und säkularer Vernunft
abgespielt hat.

An den ersten beiden Punkten – Macht und Ethik – 
will ich diese Auseinandersetzung ein Stück weit vertiefen.

Dr. Paul Schulz, Seite 10:
Macht

Dr. Paul Schulz, Seite 11:
Von Gott her gedacht
formuliert Paulus das religiöse Prinzip der Macht in

Die christliche Religion ist in der Konsequenz ihres Glaubens
theokratisch-monarchistisch – genau wie Judentum und Islam.

Sie denkt prinzipiell absolutistisch
in ihrem Gottesbild genauso
wie in ihrer davon abhängigen Staatstheorie.
Bis heute. Das hängt bei den Kirchen nicht davon ab,
ob sie kirchenverwaltungsmäßig
nach demokratischen Prinzipen Kirchenvorstände wählen.
Von ihrem Denkprinzip her sind sie in ihrem Gottesbild absolutistisch,
stehen damit außerhalb der Kerngrundsätze unserer Demokratie,
sind grundsätzlich demokratieunfähig, ja, demokratiefeindlich.
Der Kirchenstaat Vatikan ist die einzige Monarchie in Europa.


Vom Menschen her gedacht
hat Niccolò Machiavelli dagegen das absolute Kontra gesetzt,
indem er in seinem Il Principe aus dem Jahre 1513 aufzeigt,
dass alle Macht ausschließlich vom Menschen ausgeht.
Machiavelli, überzeugter Republikaner,
dringt selber noch nicht durch zur Theorie der Demokratie.
Das vollzieht dann erst Jean-Jacques Rousseau. Aber Machiavelli
schuf die Grundlage der demokratischen Staatsform
mit der entscheidenden Prämisse:
Alle Macht geht vom Menschen aus.

Von daher gilt staatsrechtlich mit allen Konsequenzen heute:
Die Demokratie handelt mit dem Volk als Souverän
auf der Basis ihrer Verfassung.
Als solcher hat der demokratische Staat
keine Instanz mit übergeordnetem Anspruch über sich zu dulden.
Schon gar nicht Gott nach Römer 13.


Dr. Paul Schulz, Seite 12:
Ethik

Dr. Paul Schulz, Seite 13:
Von Gott her gedacht
sind alle ethisch wahren Gebote und Werte
ausschließlich Offenbarungen Gottes,
so Papst Johannes Paul II in seiner Enzyklika Veritatis splendor
vom 6. August 1993 zur katholischen Morallehre.
In ihr spricht er zugleich dem säkularen Staat
jede Fähigkeit zur selbstverantworteten Ethik und Moral ab.

Vom Menschen her gedacht
aber hat schon die Antike, lange vor dem Christentum,
die Ethik zu einem zentralen Thema der säkularen Vernunft gemacht
– von Sokrates über Aristoteles und Epikur bis Cicero.
Cicero war es,
der für dieses Vernunftstreben nach letztgültigen Tugendwerten
den Überbegriff „humanitas“ schuf. „Humanität“, „Menschlichkeit“
ist eine heidnische Entdeckung, keine christliche.
Deshalb ist der Monopolanspruch der Kirche auf Ethik und Moral,
auf Werte und Wertegemeinschaft geradezu anmaßend unanständig.


Denn als Francesco Petrarca als Beginn der Renaissance um 1330
Cicero und seine heidnische humanitas wiederentdeckte
löste er damit an der Kirche vorbei und gegen ihren Widerstand
den europäischen Humanismus aus und damit
eine Ethik ohne Gott, die sich weiter entwickelte
- über Spinoza mit seiner bahnbrechenden weltlichen Ethik
- über die deutsche Klassik mit Goethes hohem Ethos Iphigenie
- über die Sozialisten mit Marx, - die Existentialisten mit Sartre
- bis hin zum evolutionären Humanismus der säkularen
  Weltanschauungsgruppen unserer Tage

mit der Grundfeststellung:
Es gibt keine Gebote, die transzendent von Gott her gegeben sind.
Keine moralische Verbindlichkeit ist letztgültig, kein sittliches Gebot
ist von göttlicher Qualität, kein Wertesystem ist absolut.
Alle Werte sind relativ. Alle Werte sind menschlich.
Der Mensch muss die Werte, die er tun will, selber schaffen.
Der Mensch muss sich ganz alleine selbst verantworten!

Auf diesem humanistischen Hintergrund der Ethik ohne Gott
sind die Grund- und Menschenrechte formuliert.
Es gibt keinen einzigen religiösen Text, der auch nur annähernd
eine so umfassende ethische Werte-Qualität hätte
wie die Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen von 1948
und die Charta der Grundrechte der EU von 2005 – jeweils ohne Gott!


Dr. Paul Schulz, Seite 20:
Demokratie


Dr. Paul Schulz, Seite 21:
IV. Die europäischen Demokratien
mit ihrem säkularen Staatsaufbau
haben mit ihrem Verfassungsentwurf zur EU von 2005
eine revolutionäre geistesgeschichtliche Entscheidung getroffen.

Nach hartem Kampf im Pro und Kontra haben sie
in der Präambel dieser EU-Verfassung
auf jeden Gottesbezug verzichtet.

Dieses Diktum ist in dem nachfolgenden Vertrag von Lissabon 2007
nicht aufgehoben worden, sondern nur mit der allgemeinen Formel
„schöpfend aus dem kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe
Europas“ ergänzt worden.
Diese Formulierung definiert nicht die reale Existenz Gottes
und damit keinen verbindlichen christlichen Gottesbezug.



Dr. Paul Schulz, Seite 22:
Säkular



Deutschland säkular?

Die Aushöhlung der Demokratie durch Religion

Undemokratischer Schandfleck in der Präambel des GG:
Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.


Nachdem das Kölner LG mit Urteil vom 07. 05. 2012 die Beschneidung aus religiösen Gründen als körperliche Misshandlung nach § 223 StGB verurteilte, stimmten 70 % der Bundestagsabgeordneten am 12. 12. 2012 folgendem Gesetz zu – und damit gegen die Menschenrechte:

Beschneidung
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Artikel des GG zu Religions- und Weltanschauungsgesellschaften:
Art 140 GG
Die Bestimmungen der Artikel 136, 137, 138, 139 und 141 der deutschen Verfassung vom 11. August 1919 sind Bestandteil dieses Grundgesetzes. (WRV)

Artikel 137 WRV
(1) Es besteht keine Staatskirche.

(4) Religionsgesellschaften erwerben die Rechtsfähigkeit nach den allgemeinen Vorschriften des bürgerlichen Rechtes.

(7) Den Religionsgesellschaften werden die Vereinigungen gleichgestellt, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Weltanschauung zur Aufgabe machen.


Artikel 138 WRV
(1) Die auf Gesetz, Vertrag oder besonderen Rechtstiteln beruhenden Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften werden durch die Landesgesetzgebung abgelöst. Die Grundsätze hierfür stellt das Reich auf.


Drei Grundübel
  1. Die Umsetzung des Gebotes nach GG Artikel 140, 138 WRV wird durch CDU/CSU, SPD und Grüne verhindert!

  2. Das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich vom 12. September 1933. Die Anullierung dieses Nazivertrages wird durch CDU/CSU, SPD und Grüne verhindert!

  3. GG Art. 7(3) lautet: „Der Religionsunterricht ist in den öffentlichen Schulen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen ordentliches Lehrfach. Unbeschadet des staatlichen Aufsichtsrechtes wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt. Kein Lehrer darf gegen seinen Willen verpflichtet werden, Religionsunterricht zu erteilen.“

Durch das sog. „Reichskonkordat“ wurde die katholischen Kirche zu einem Staat im Staate. Ähnlich ist heute die Situation mit den evangelischen Kirchen, mit denen analoge Staatsverträge geschlossen wurden, wenn zumeist auch erst nach dem 2. Weltkrieg.


Gesellschaftsschädliche Gesetzgebung durch Einfluss von Religiösen, Beispiele:

§ 1631d BGB, Beschneidung des männlichen Kindes.

§ 52 AO, Gemeinnützige Zwecke: 2. die Förderung der Religion;

§ 218 StGB Beratungszwang zwecks Fortsetzung von Schwangerschaften. Bevormundund des freien Menschen durch religiös-primitive Vorstellungen mit Strafbestimmungen!

§ 219 StGB (und 219a, 219b) Beratungszwang zwecks Fortsetzung von Schwangerschaften. Speziell stellt § 219a StGB sogar die Information über Schwangerschaftsabbrüche – z. B. durch Ärzte – unter Strafe!

§ 166 StGB, Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen.

§ 217 StGB, Ärzte und andere Organisationen, die Sterbewilligen mit Rat oder Tat zur Seite stehen wollen, werden (nach 150 Jahren Straffreiheit!) zu Straftätern erklärt.

§ 118 BetrVG, [keine] Geltung für Tendenzbetriebe und Religionsgemeinschaften.

§ 112 BPersVG, keine Anwendung auf Religionsgemeinschaften und ihre karitativen und erzieherischen Einrichtungen.

§ 9 AGG, [keine] Geltung für Tendenzbetriebe und Religionsgemeinschaften.

§ 4a (2) 2. TierSchG, [keine] Geltung für Religionsgemeinschaften, Schächten erlaubt,

§§ EschG, Gesetz zum Schutz von Embryonen (mit Strafbestimmungen!), (PID), von religiösen Vorstellungen geprägt, das Selbstbestimmungsrecht der Eltern wird praktisch abschafft.

§§ StZG, Stammzellgesetz (mit Strafbestimmungen!), von religiösen Vorstellungen geprägt



Gemeinschädliche Probleme durch Religion:
Die Gefahr durch gläubige Politiker
besteht prinzipiell in ihrer theokratischen Denkweise. Sie setzen sich selbstverständlich für Religion im Staate ein und untergraben dadurch die Demokratie.
(Das sind hauptsächlich Politiker von CDU/CSU, SPD, GRÜNE, LINKE…; ca. 70 % des Bundestages!)

Eine hinreichend informierte und aufgeklärte Bevölkerung würde deshalb solche Politiker gar nicht wählen.

Das 100 %ig religiöse Kabinett Merkel Ⅲ (Kopie):
Religionsregierung
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Die Wirklichkeit
Religionszugehörigkeit
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Laizismus für eine humane, demokratische Gesellschaft.
Eine Utopie?
Ein Beispiel:

Laizismus-Charta für Deutschlands Schulen
Analog nach der auf Anordnung des französischen Erziehungsministers Vincent Peillon 2013-09-03 an allen französichen Schulen auszuhängenden CHARTÉ DE LA LAÏCITE À ĽÉCOLE.
  1. Deutschland ist eine unteilbare, säkulare, demokratische und soziale Bundesrepublik. Sie sorgt für alle Bürger auf allen Gebieten für Gleichstellung vor dem Gesetz und achtet jeden Glauben.

  2. Die säkulare Bundesrepublik organisiert die Trennung von Religion und Staat. Der Staat ist neutral in Bezug auf religiöse oder spirituelle Überzeugungen. Es gibt keine Staatsreligion.

  3. Der Säkularismus garantiert jedem die Freiheit des Gewissens. Jeder ist frei, zu glauben oder nicht zu glauben. Die freie Äußerung von Überzeugungen ist unter Achtung der öffentlichen Ordnung erlaubt.

  4. Der Säkularismus ermöglicht es, die Ausübung der Staatsbürgerschaft in Einklang mit der Freiheit, der Gleichheit und der Brüderlichkeit aller und der Sorge um das allgemeine Interesse zu bringen.

  5. Die Bundesrepublik sichert in den schulischen Einrichtungen die Achtung dieser Prinzipien.

  6. Der Säkularismus in der Schule bietet den Schülern die Voraussetzung, ihre Persönlichkeit zu formen, ihren freien Willen auszuüben und staatsbürgerlich zu lernen. Er schützt sie vor jedem Bekehrungseifer und jedem Druck, der sie hindert, ihre eigene Wahl zu treffen.

  7. Der Säkularismus bietet den Schülern Zugang zur gemeinsamen wie auch zur eigenen Kultur.

  8. Der Säkularismus ermöglicht die Ausübung der Meinungsfreiheit der Schüler innerhalb der Grenzen des guten Funktionierens der Schule unter Achtung der demokratischen Werte und des Pluralismus der Kulturen.

  9. Der Säkularismus impliziert die Ablehnung aller Gewalttätigkeiten und Diskriminierungen, garantiert die Gleichheit unter Mädchen und Jungen und ruht auf einer Kultur der Achtung und des Verständnisses des Anderen.

  10. Alle Lehrkräfte haben den Schülern sowohl Sinn und Wert des Säkularismus als auch die anderen grundlegenden Prinzipien der Demokratie zu vermitteln und für deren Anwendung im Unterricht zu sorgen, dabei ist diese Charta auch den Eltern zur Kenntnis zu bringen.

  11. Die Lehrkräfte sind zur strikten Neutralität verpflichtet: sie haben bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben keine politischen oder religiösen Überzeugungen zu äußern.

  12. Das Schulwesen ist weltlich, und um zu garantieren, dass die Schüler für die unterschiedlichen Weltvorstellungen wie auch für den Umfang und die Realität von Erkenntnissen möglichst objektiv geöffnet werden, wird von vornherein kein Thema wissenschaftlicher und pädagogischer Fragestellung ausgeschlossen.
    Kein Schüler kann sich auf eine religiöse oder politische Überzeugung berufen, um einem Lehrer das Recht streitig zu machen, eine im Lehrplan stehende Frage zu behandeln.

  13. Keiner kann die Einhaltung der Regeln in den staatlichen Schulen wegen seiner Religionszugehörigkeit verweigern.

  14. In den Regeln für die verschiedenen Bereiche und in der Betriebsordnung öffentlicher Lehranstalten ist klargestellt, dass der Säkularismus zu respektieren ist. Das Tragen religiöser Zeichen oder Kleidung ist verboten.

  15. Die Schüler leisten durch ihr Denken und Handeln einen grundlegenden Beitrag zum Säkularismus in ihrer Schule.

Das französische Original und dessen Übersetzung
Charté de la laïcité à ľÉcole
  1. La France est une République indivisible, laïque, démocratique et sociale. Elle assure l’égalité devant la loi, sur l’ensemble de son territoire, de tous les citoyens. Elle respecte toutes les croyances.

  2. La République laïque organise la séparation des religions et de l’État. L’État est neutre à l’égard des convictions religieuses ou spirituelles. Il n’y a pas de religion d’État.

  3. La laïcité garantit la liberté de conscience à tous. Chacun est libre de croire ou de ne pas croire. Elle permet la libre expression de ses convictions, dans le respect de celles d’autrui et dans les limites de l’ordre public.

  4. La laïcité permet l’exercice de la citoyenneté, en conciliant la liberté de chacun avec l’égalité et la fraternité de tous dans le souci de l’intérêt général.

  5. La République assure dans les établissements scolaires le respect de chacun de ces principes.

  6. La laïcité de l’École offre aux élèves les conditions pour forger leur personnalité, exercer leur libre arbitre et faire l'apprentissage de la citoyenneté. Elle les protège de tout prosélytisme et de toute pression qui les empêcheraient de faire leurs propres choix.

  7. La laïcité assure aux élèves l’accès à une culture commune et partagée.

  8. La laïcité permet l’exercice de la liberté d'expression des élèves dans la limite du bon fonctionnement de l’École comme du respect des valeurs républicaines et du pluralisme des convictions.

  9. La laïcité implique le rejet de toutes les violences et de toutes les discriminations, garantit l’égalité entre les filles et les garçons et repose entre les filles et les garçons et repose compréhension de l’autre.

  10. Il appartient à tous les personnels de transmettre aux élèves le sens et la valeur de la laïcité, ainsi que des autres principes fondamentaux de la République. Ils veillent à leur application dans le cadre scolaire. Il leur revient de porter la présente charte à la connaissance des parents d’élèves.

  11. Les personnels ont un devoir de stricte neutralité : ils ne doivent pas manifester leurs convictions politiques ou religieuses dans l’exercice de leurs fonctions.

  12. Les enseignements sont laïques. Afin de garantir aux élèves l’ouverture la plus objective possible à la diversité des visions du monde ainsi qu’à l’étendue et à la précision des savoirs, aucun sujet n’est a priori exclu du questionnement scientifique et pédagogique.
    Aucun élève ne peut invoquer une conviction religieuse ou politique pour contester à un enseignant le droit de traiter une question au programme.

  13. Nul ne peut se prévaloir de son appartenance religieuse pour refuser de se conformer aux règles applicables dans l’École de la République.

  14. Dans les établissements scolaires publics, les règles de vie des différents espaces, précisées dans le règlement intérieur, sont respectueuses de la laïcité. Le port de signes ou tenues par lesquels les élèves manifestent ostensiblement une appartenance religieuse est interdit.

  15. Par leurs réflexions et leurs activités, les élèves contribuent à faire vivre la laïcité au sein de leur établissement.
Laizismus-Charta in Frankreichs Schulen
  1. Frankreich ist eine unteilbare, säkulare, demokratische und soziale Republik. Sie sorgt für alle Bürger auf allen Gebieten für Gleichstellung vor dem Gesetz und achtet jeden Glauben.

  2. Die säkulare Republik organisiert die Trennung von Religion und Staat. Der Staat ist neutral in Bezug auf religiöse oder spirituelle Überzeugungen. Es gibt keine Staatsreligion.

  3. Der Säkularismus garantiert jedem die Freiheit des Gewissens. Jeder ist frei, zu glauben oder nicht zu glauben. Die freie Äußerung von Überzeugungen ist unter Respektierung der anderen innerhalb der öffentlichen Ordnung erlaubt.

  4. Der Säkularismus ermöglicht es, die Ausübung der Staatsbürgerschaft in Einklang mit der Freiheit, der Gleichheit und der Brüderlichkeit aller und der Sorge um das allgemeine Interesse zu bringen.

  5. Die Republik sichert in den schulischen Einrichtungen den Respekt vor diesen Prinzipien.

  6. Der Säkularismus in der Schule bietet den Schülern die Voraussetzung, ihre Persönlichkeit zu formen, ihren freien Willen auszuüben und staatsbürgerlich zu lernen. Er schützt sie vor jedem Bekehrungseifer und jedem Druck, der sie hindert, ihre eigene Wahl zu treffen.

  7. Der Säkularismus bietet den Schülern Zugang zur gemeinsamen wie auch zur eigenen Kultur.

  8. Der Säkularismus ermöglicht die Ausübung der Meinungsfreiheit der Schüler innerhalb der Grenzen des guten Funktionierens der Schule und bei Respekt vor den republikanischen Werten und dem Pluralismus der Überzeugungen.

  9. Der Säkularismus impliziert die Ablehnung aller Gewalttätigkeiten und Diskriminierungen, garantiert die Gleichheit unter Mädchen und Jungen und ruht auf einer Kultur des Respekts und des Verständnisses vor dem Anderen.

  10. Alle Lehrkräfte haben den Schülern sowohl Sinn und Wert des Säkularismus als auch die anderen grundlegenden Prinzipien der Republik zu vermitteln und für deren Anwendung im Unterricht zu sorgen, wobei diese Charta auch den Eltern zur Kenntnis zu bringen ist.

  11. Die Lehrkräfte sind zur strikten Neutralität verpflichtet: sie haben bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben keine politischen oder religiösen Überzeugungen zu äußern.

  12. Das Schulwesen ist weltlich, und um zu garantieren, dass die Schüler für die unterschiedlichen Vorstellungen von der Welt wie auch für den Umfang und die Genauigkeit der Kenntnisse möglichst objektiv geöffnet werden, wird kein Thema von vornherein von wissenschaftlicher und pädagogischer Fragestellung ausgeschlossen.
    Kein Schüler kann sich auf eine religiöse oder politische Überzeugung berufen, um einem Lehrer das Recht streitig zu machen, eine im Lehrplan stehende Frage zu behandeln.

  13. Keiner kann die Einhaltung der Regeln in den staatlichen Schulen wegen seiner Religionszugehörigkeit verweigern.

  14. In den Regeln für die verschiedenen Bereiche und in der Betriebsordnung öffentlicher Lehranstalten ist klargestellt, dass der Säkularismus zu respektieren ist. Das Tragen religiöser Zeichen oder Kleidung ist verboten.

  15. Die Schüler leisten durch ihr Denken und Handeln einen grundlegenden Beitrag für Säkularismus in ihrer Schule.


Zum Schluss die Mission: „Gott ist Liebe!“

Wie man aus Bibel und Koran zitiert…


Exodus 23,20

Blättchen vom einem Hamburger Weihnachtsmarkt 2013

Dazu aus der Luther-Bibel 1984:
Exodus 23,Vers:
  1. Siehe ich sende dir einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege, und bringe dich an den Ort, den ich bereitet habe.
    Ach, wie gütig ist doch der Herr…
  2. Hüte dich vor ihm und gehorche seiner Stimme und sei nicht widerspenstig gegen ihn; denn er wird euer Übertreten nicht vergeben, weil mein Name in ihm ist.
  3. Wirst du aber auf seine Stimme hören und alles tun, was ich dir sage, so will ich deiner Feinde Feind und deiner Widersacher Widersacher sein.
  4. Ja, mein Engel wird vor dir hergehen und dich bringen zu den Amoritern, Hetitern, Perisitern, Kanaanitern, Hiwitern und Jebusitern, und ich will sie vertilgen.
  5. Du sollst ihre Götter nicht anbeten noch ihnen dienen noch tun, wie sie tun, sondern du sollst ihre Steinmale umreißen und zerbrechen.
  6. Aber dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr dienen, so wird er dein Brot und dein Wasser segnen, und ich will alle Krankheit von dir wenden.
  7. Es soll keine Frau in deinem Lande eine Fehlgeburt haben oder unfruchtbar sein, und ich will dich lassen alt werden.
  8. Ich will meinen Schrecken vor dir her senden und alle Völker verzagt machen, wohin du kommst, und will geben, dass alle deine Feinde vor dir fliehen.
  9. Ich will Angst und Schrecken vor dir her senden, die vor dir her vertreiben die Hiwiter, Kanaaniter und Hetiter.
  10. Aber ich will sie nicht in einem Jahr ausstoßen vor dir, auf dass nicht das Land wüst werde und sich die wilden Tiere wider dich mehren.
  11. Einzeln nacheinander will ich sie vor dir her ausstoßen, bis du zahlreich bist und das Land besitzt.
  12. Und ich will deine Grenze festsetzen von dem Schilfmeer bis an das Philistermeer und von der Wüste bis an den Euphratstrom. Denn ich will dir in deine Hand geben die Bewohner des Landes, dass du sie ausstoßen sollst vor dir her.
  13. Du sollst mit ihnen und mit ihren Göttern keinen Bund schließen.
  14. Lass sie nicht wohnen in deinem Lande, dass sie dich nicht verführen zur Sünde wider mich; denn wenn du ihren Göttern dienst, wird dir das zum Fallstrick werden.

Beispiel aus dem Koran:
Sure 15,Vers:
  1. Verkünde Meinen Dienern, daß Ich wahrlich der Allverzeihende, der Barmherzige bin,
    Ach, Allah der Allerbarmer, der Barmherzige…
  2. und daß meine Strafe eine äußerst qualvolle Strafe ist.

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